Schulbezogene Jugendsozialarbeit

In unserer Gesellschaft stellt Bildung  eine Grundvoraussetzung für gelingendes Leben und gesellschaftliche Teilhabe dar. Schule ist somit zentraler Ort der Gestaltung von gelingenden Lebensbedingungen junger Menschen. Nach wie vor hängen Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen trotz Bildungsexpansion in hohem Maße von ihrer sozialen Herkunft ab. Durch veränderte Werte und Familienstrukturen nimmt Schule zudem mit ihren Ausbau von Ganztagesangeboten im Leben von jungen Menschen eine wachsende Bedeutung ein und wird somit zu einem zentralen Lebensort.

Angebotsformen:

  • Jugendsozialarbeit an Schulen – JaS

jas LOGODas Förderprogramm Jugendsozialarbeit an Schulen – JaS, bildet mit seinem klaren Zielgruppenbezug und konkreten Kooperationsmodell von Jugendhilfe und Schule den Schwerpunkt in den Angebotsformen der SJS. http://www.stmas.bayern.de/jugend/sozialarbeit/jas.php

 

 

 

Die Jugendsozialarbeit an Schulen stellt ein Angebot der Jugendhilfe dar, das an Schulen zum Einsatz kommt, an denen von einem besonders hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen auszugehen ist, die sich in benachteiligenden Lebenssituationen befinden. Die Feststellung, welche Schulen dafür in Frage kommen, geschieht durch die örtlichen Jugendämter im Rahmen der Jugendhilfeplanung. Die sozialpädagogisch qualifizierten JaS-Fachkräfte arbeiten jeweils vor Ort an der Schule und  in enger Abstimmung zwischen Schule und Jugendhilfe. Die Träger der JaS-Stellen sind dabei entweder freie oder kommunale Träger der Jugendhilfe.

Zentrale Handlungsformen von JaS sind:

  • Beratung und sozialpädagogische Hilfe von Schüler/-innen bei Problemen im Alltag, familiären Konfliktsituationen, Suchtproblemen, schulischen Schwierigkeiten und bei der Frage des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf
  • Soziale Gruppenarbeit zur Stärkung sozialer Kompetenzen
  • Arbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten
  • Enge Vernetzung mit dem Jugendamt und anderen Trägern der Jugendhilfe, mit Trägern der schulischen Ganztagesbetreuung, der Polizei und der Justiz
  • Enge Zusammenarbeit mit der jeweiligen Agentur für Arbeit im Hinblick auf den Übergang Schule-Beruf

Die bayerische Landesregierung fördert dieses Programm durchgehend seit 1999. Die Art und Weise der Förderung wurde im Laufe der Programmlaufzeit angepasst und besteht momentan aus folgenden Elementen:

  • Förderung des Ausbaus von JaS-Stellen. Bis zum Jahr 2019 sollen bayernweit 1000 JaS-Stellen bestehen.
  • Zentrales Fortbildungsprogramm für JaS-Fachkräfte
  • Evaluation des Angebots durch eine zentrale Wirksamkeitsanalyse

Die regelmäßige Evaluation des Angebots hat ergeben, dass es den JaS-Fachkräften gelingt, junge Menschen in konkreten Problemlagen frühzeitig durch Einzelberatung und Krisenintervention zu erreichen. Darüber hinaus erweisen sich die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und die Förderung von Bewältigungskompetenz als hilfreich. Insgesamt zeigte sich auch eine signifikante Verbesserung des Schulklimas.

  • SJS im Rahmen von Ganztagesschule (GTS)

Die offene Ganztagesschule gewinnt  – insbesondere an Schulen mit einem hohen Anteil sozialbenachteilligter Kinder und Jugendlicher – als Betätigungsfeld der SJS zunehmend an Bedeutung, wenn es darum geht, hier Förderung und Stabilisierung der sozialen und schulischen Entwicklung von SchülerInnen im Hinblick auf ihre spätere Integration und ihre eigenverantwortliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, helfend zu unterstützen. Allerdings schlagen sich die Aspekte und Anforderungsmerkmale der Jugendsozialarbeit in den Ganztagesangeboten, die in der Praxis und Durchführung der Angebote eine hohe Relevanz haben, leider nicht in der Finanzierung nieder. Für die Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Ganztagesangeboten wäre es notwendig, diese Qualitätskriterien aus dem Kontext von Jugendhilfeangeboten an der Rahmengestaltung der Ganztagesangebote zu berücksichtigen.

  • Weitere Maßnahmen, Angebote und Projekte

Aufgrund spezifischer Bedarfslagen, bestehender Kooperationsbeziehungen zwischen schule und Jugendhilfe und/oder besonderer Finanzierungsmodelle bestehen zusätzlich viele weitere Projekte und Angebote vor Ort. Als Beispiele seien folgende Projekte und Maßnahmen genannt:

  • Praxisklassen oder spezielle arbeitsweltbezogene Prohjekte
  • Berufsintegrationsklassen
  • Ganztagesbetreuung in Übergangsklassen

Gemeinsam handlungsleitend für die  unterschiedlichen Angebotsformen der SJS sind folgende Kriterien:

  • Zielgruppenbezug im Sinne des § 13 SGB VIII
  • Kinder und Jugendliche stehen mit ihren individuellen Bedarfen im Mittelpunkt des sozialpädagogischen Handelns.
  • Junge Menschen finden individuelle Unterstützung in form von Beratung, Begleitung, Trainings, gruppenpädagogischen Angeboten oder in Projekten und Maßnahmen. Die Entwicklung bzw. Ausbildung von wesentlichen Handlungskompetenzen wird durch die Fachkräfte der SJS angestoßen und gefördert.
  • Die SJS arbeitet im Sinne der Zielgruppe in Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten zusammen.
  • Die SJS arbeitet eng mit Lehr- und anderen pädagogischen Fach- und Hilfskräften der unterschiedlichen Professionen (Lehrkräfte, SchulpsychologInnen, Jugendmigrationsdienst, Jugendamt, Berufseinstiegsbegleitung, vertiefte Berufsorientierung, Förderlehrkräfte, Streetwork, Schulbegleitung, PraktikantInnen etc.) an der Schule zusammen. Dies findet ggf. in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Jugendamt statt.